Wutzetz

Den Mittelpunkt bei der Gründung des Dorfes Wutzetz bildet die aus Fachwerk und Lehm als einfache einschiffige Hallenkirche ohne Turm errichtete Dorfkirche. Zur Zeit der Gründung des Dorfes hatte jedes noch so kleine Dorf eine Kirche, Wutzetz als kleines und armes Dorf konnte sich halt nur eine kleine niedrige Kirche mit einem Glöckchen auf einen gesonderten Glockenstuhl vor der Kirche leisten. Im riedelschen Codex diplomaticus Brandenburgensis von 1847 (Band 7, Seite 285/286) wird Wutzetz als arme Filial von Nackel beschrieben. Wutzetz war nie Pfarrdorf sondern ein typisches Kirchdorf in dem der Pfarrer von Nackel 14-täglich ein Gottesdienst abhielt. Mit der Aufhebung der Pfarrstelle in Nackel 1975 gehört Wutzetz zum Pfarrsprengel Friesack / Kirchenkreis Nauen-Rathenow.

wutzetzFoto:Heinrich

Von 1680 bis 1698 wurde die Kirche, nach dem Wutzetz im Dreißigjährigen Krieg abgebrannt war, vermutlich neu errichtet, da es aus dieser Zeit zwei Kennzeichenleuchte aus Zinn gibt. 1751 stifteten die Patrone der Kirche eine Glocke. Das Patronat übten derer von Bredow und ab 1661 zu je ½ derer von Bredow und derer von Quast aus. Um 1830 entstand der heutige Kirchenbau aus unverputztem Fachwerk mit hohen rechteckigen Fenstern als Neubau, welcher 1882 einen Turm als Anbau und Platz für die Glocke erhielt. Das schwere eiserne Turmkreuz musste im April 1918 entfernt und durch eine schlichte Wetterfahne ersetzt werden, da es bei einem Orkan im November 1917 zur Ostseite umgedrückt wurde.

Im Jahre 1964 wurde auf Grund von Regenwasserschäden am Holz die gesamte Turmspitze abgenommen und durch ein Flachdach mit einfachem Holzkreuz ersetzt. Die Inneneinrichtung wie der Kanzelaltar, die Kirchenplätze für die Patrone und die Gedenktafel für die Gefallenen von 1813, 1864 und 1870/71 fielen dem Holzwurm zum Opfer und mussten entfernt werden. Seit dem gaben ein einfacher massiver Altartisch mit einem von der Decke herabhängenden Kreuz und einem hölzernen Ambo als Kanzel dem Kircheninneren einen nüchternen Anblick.

„Im Jahre 1992 mußte die Kirche - die drittälteste Fachwerkkirche Brandenburgs - wegen Baufälligkeit geschlossen werden, der Gottesdienst wird seitdem im Feuerwehrraum gehalten.“ 1994 wurde mit dem Erhalt der Kirche durch Außenerneuerung begonnen, gefördert durch die regionale Sparkasse - wie ein Schild neben den Eingang der Kirchen erkennen lässt.

1541 bestand die Kirchengemeinde aus einem Küster und 44 Kommunikanten. Das Amt des Küsters übte der Lehrer aus. Somit oblag dem Lehrer das Läuten der Glocke, welches nach damaligem Brauch morgens um 6 Uhr, mittags um 12 Uhr und abends um 18 Uhr, zu Beginn des Gottesdienstes und bei Gefahr (Feuer, Krieg) erfolgte. Hierbei erhielt der Lehrer jedoch meist Unterstützung durch die älteren Schüler, die das Läuten der Glocken übernahmen. Der Lehrer leitete des Weiteren den Chorgesang der Kinder, auf den die Wutzetzer nicht verzichten wollten. Zur Küsterei gehörte einige Flurstücke, ausreichend Land zum Halten einer Kuh, Schweinen und Federvieh. Die Entlohnung des Küsters war gering (1903 - 230 Mark im Jahr). Die Reinigung der Kirche war die Aufgabe des Nachtwächters.

(Quelle: Wikipedia)